Workshops Kongress "Gegen Menschenhandel"

Kongress "Gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung" vom 29. Mai bis 1. Juni 2022

Seminare/Workshops

Montag und Dienstag, jeweils 14.30 und 16.30 Uhr
Wählen Sie vier der hier angebotenen Workshops und zwei Alternativen, falls Ihr Workshop belegt ist oder entfällt.

1: Normalisierung von jugendlichem Pornokonsum und Ansätze zur Prävention

Tabea Freitag
Autorin und Dipl. Psych. in eigener Praxis und bei return – Fachstelle Mediensucht, Hannover

Die Spirale aus Angebot und Nachfrage von Sex als Ware in Prostitution und Pornografie wird ganz wesentlich durch frühen und massenhaften Pornografiekonsum angetrieben. Durch die leichte Verfügbarkeit (Smartphone) haben inzwischen 94 % der 14-17-jährigen Jungen und 67 % der Mädchen Pornos im Internet gesehen. Zwei Drittel der jugendlichen wie erwachsenen Männer konsumieren täglich bis mehrmals wöchentlich, nicht selten mit Übergängen zu realen Affären/Bordellbesuchen. Aus der Praxis werden Folgen aufgezeigt und mit „Fit for Love?“ ein erprobtes Präventionsprogramm für Schule und Jugendarbeit vorgestellt.

2: Wie starte ich eine Arbeit unter Frauen in der Prostitution?

Gaby Wentland
1. Vorsitzende MISSION FREEDOM, Internationale Referentin, Im Hauptvorstand der Evangelischen Allianz Deutschland, Gründungsmitglied von Gemeinsam gegen Menschenhandel in Berlin

„Wenn ich nur gewusst hätte, dass es Hilfe gibt!“ Diesen Satz haben wir von Prostituierten gehört und damit war klar, wir haben einen Auftrag: Wir sollen diesen Frauen aus allen Ländern der Erde, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden, Hilfe anbieten. Seit 2011 gibt es MISSION FREEDOM mit zwei Sicherheitshäusern und hunderten von Frauen, die konkrete Hilfe erfahren haben. Wie kann man als Laie solch eine Arbeit beginnen? Worauf muss man achten? Was kostet diese Hilfe für Betroffene des Menschenhandels? Kann man überhaupt Hilfe leisten? Wir werden konkret, praktisch und mit Fragen und Antworten dabei sein. Gaby Wentland ist die Gründerin und 1. Vorsitzende von MISSION FREEDOM, einem Hilfswerk, das mit einem Team von Fachleuten ganz konkrete Hilfe anbietet mit Unterkunft, Versorgung, rechtlicher Hilfe und medizinischer Hilfe. Die Betroffenen werden zusammen mit ihren Kindern begleitet und unterstützt und auch noch lange nach ihrem Weg der Heilung von uns betreut.

3: Königsherrschaft Gottes, Wirtschaft und Menschenhandel

Armin Ruser
CEO and Founder, Made in Freedom UG

Wenn Jesus König ist - wirklich - dann hat das Auswirkungen auf unser gesamtes Leben. Wie sehen sie ganz konkret in unserem Alltag und in der Wirtschaft aus? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es hier für uns Christen? Diese Fragen bewegen den Theologen und Unternehmer (madeinfreedom.de), Armin Ruser seit Jahren. Ein zentraler Aspekt des Reiches Gottes ist FREIHEIT - dicht gefolgt von GERECHTIGKEIT. Das heißt: Unter der Königsherrschaft Gottes ist kein Platz für Menschenhandel. Allerdings ist Menschenhandel - Sklaverei - auch heute noch leidvolle Wirklichkeit für Millionen von Menschen. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Denn selbst, wenn zum Beispiel Frauen aus Zwangsprostitution befreit werden, kehren sie mit über 70 prozentiger Wahrscheinlichkeit dorthin zurück, wenn sie keine Arbeit finden, die ihnen ein würdevolles Leben ermöglicht. Hier müssen und können (!) wir Veränderung herbeiführen. Dieser Workshop zeigt Ihnen theologisch und wirtschaftlich fundiert konkrete Handlungsmöglichkeiten für Business und Alltag.Von Schülerinnen und Schülern über Berufstätige aller Sparten bis hin zu aktiven Ruheständlern - alle können einen wertvollen Beitrag leisten!

4: Möglichkeiten der Prävention: Von der Not ins Elend – Prostitution in Deutschland

Marietta Hageney
Ostalbbündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution

Der Gesetzgeber in Deutschland beschreibt Prostitution als sexuelle Dienstleistung und das impliziert automatisch, dass sie freiwillig erbracht wird. Dies, sowie eine gleichfalls hohe Akzeptanz, haben Deutschland den Ruf „Bordell Europas“ eingebracht.

5: Welches Ansehen haben Frauen in der Prostitution für mich?

Alexandra Gutmann
Dipl. Sozialarbeiterin (FH), Interkultureller Coach (QZA), Abteilungsleiterin Mitternachtsmission Heilbronn

Die Medien und gesellschaftliche Vorstellungen prägen unser Bild von Frauen, die in der Prostitution tätig sind. Der Workshop lädt ein, diese Bilder zu hinterfragen und sich mit ganz unterschiedlichen Motivationslagen und Hintergründen der Frauen zu beschäftigen sowie Einblick in die Mitternachtsmission Heilbronn zu nehmen. Die Referentin verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Betroffenen von Menschenhandel und von Frauen in der Prostitution. Dazu motiviert sie der Blick Jesu auf die Menschen.

6: Dieser Workshop findet leider nicht statt.

7: Verraten, verkauft – errettet, erkauft. Eine ehemalige Betroffene berichtet

Ilona M.
Mitarbeiterin bei Herzwerk, Wien

Als Ilona M. mit ihrem Geliebten von Deutschland nach Spanien durchbrennt, ahnt sie nicht, was ihr widerfahren wird. Sie glaubt an Jesus und erhofft sich eine glückliche Zukunft. Doch ihr „Freund“ entpuppt sich als Zuhälter und zwingt sie in die Prostitution. Jahre später kommt Ilona durch ein Wunder frei – und durch Jesus auch zunehmend innerlich! Ilona arbeitet heute bei Herzwerk – einer Initiative für Menschen in der Prostitution in Wien. Im Workshop erzählt sie ihre Geschichte und kommt gerne mit TeilnehmerInnen ins Gespräch darüber, was sie erlebt hat und was Menschen in der Prostitution wirklich brauchen.

8: Multimedia-Angebote für Betroffene von sexueller Ausbeutung

Sonja Kilian
arbeitet als Redakteurin bei ERF Medien, Schwerpunkt internationale Themen und Begegnungen, u.a. enge Zusammenarbeit mit „Hidden Treasures“, Arbeitszweig des weltweiten ERF Partners TWR. Sie ist selbst auch im Rotlichtmilieu unterwegs, um vor Ort Frauen Hilfe anzubieten.

Wie der Einsatz von Medien dabei helfen kann, Wege aus der sexuellen Ausbeutung zu finden.
Es wird eine Hörspielreihe vorgestellt (mit Audio und Bildmaterial). In der mehrteiligen Reihe berichten Frauen, welchen Schwierigkeiten und Ängsten sie sich stellen mussten, um das Rotlichtmilieu verlassen zu können und welche Angebote ihnen dabei geholfen haben.
Es gibt Tipps aus der Praxis und Raum für Erfahrungsaustausch und Fragen.

9: Einblicke in die Arbeit einer Fachberatungsstelle

Luam Okbamicael
Sozialarbeiterin (B.A.), Systemische Beraterin
Fachberatungsstelle Fraueninformationszentrum Stuttgart (FIZ)

Informationen über die Arbeit in der Fachberatungsstelle: zum einen die Beratung von Betroffenen von Menschenhandel, zum anderen die Psychosoziale Prozessbegleitung von Betroffen von Menschenhandel.

10: Von der Prostituierten zur Pastorin

Cindy Punt
Pastorin von Victory Outreach, Frankfurt

"Sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er die Weisen zu Schanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er das Starke zu Schanden mache; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, und das, was nicht ist, auf dass er das, was ist, zunichte mache, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme." (1. Kor 1, 27-29).
Dieses Schriftstück wurde das erste, mit dem Gott meine folgende Frage beantwortete: „Aber Gott, kann denn etwas Gutes aus meinem Leben werden?“ Ist es wirklich möglich, dass zerbrochene Stücke zu einem Ganzen werden können, dass sie geheilt werden können und eine Reflektion seines Glanzes werden können? Absolut ja! Aber die Reise ist ein Prozess und benötigt engagierte Gläubige, die bereit sind diese Reise mit Menschen wie mir zu gehen . Die Kraft des Gebetes, Gottes Wort und der Leib Christi sind die drei Komponenten, die mir halfen, die Frau zu werden, die ich heute bin.

11: Menschenhandel und Sexsklaverei als Geschäftsfeld der organisierten Kriminalität

Manfred Paulus
Erster Kriminalhauptkommissar a.D.

Frauen- und Kinderhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung - Anwerbungsmethoden, Schleusungswege und -praktiken und die Ausbeutung im Dunkel hinter den glitzernden Fassaden deutscher Rotlichtmilieus

12: Dieser Workshop findet leider nicht statt.

13: Menschenhandel als Logistik zur Sklaverei - Ein globaler Blick auf sexuelle Ausbeutung

Stefan Coman
International Justice Mission Rumänien
Dietmar Roller
Vorstandsvorsitzender von International Justice Mission Deutschland

Wie steht es um das erfolgreiche Geschäft mit der "Ware Mensch" in Europa und weltweit? Welche Strukturen und Rahmenbedingungen begünstigen den Handel mit und die sexuelle Ausbeutung von Menschen? Wie können wir dieses unwürdige Geschäftsmodell wirklich beenden?

14: Ritueller Missbrauch und Gewalt

Inga Gerckens
Leiterin der Mission Freedom Homes in Hamburg und Frankfurt, Sozialökonomin

Eine Einführung in das Thema „Rituelle Gewalt und Dissoziative Identitätsstörung“. In Gemeinden, Beratungsstellen und Kliniken tauchen immer häufiger Personen auf, die von unvorstellbaren Gräueln und Kinderprostitution im Rahmen von sektenähnlichen Gruppierungen berichten. Der Workshop soll einen Überblick über die Hintergründe dieser Art von Gewalt geben, seine Verbindungen zum Menschenhandel, der Zwangsprostitution und der Kinderprostitution aufzeigen sowie die seelischen und psychischen Trauma-Folgestörungen der Betroffenen erklären. Außerdem wird über Möglichkeiten der Ausstiegsbegleitung gesprochen.

15: Prostitution - wohin? - Sachstand und Ausblick

Frank Heinrich
Vorsitzender von "Gemeinsam gegen Menschenhandel"

Im Deutschen Bundestag wird dieses Thema seit einiger Zeit verstärkt diskutiert. Im Workshop werden Sachstand und Ausblick vorgestellt und zur Diskussion gestellt.

16: Pornografie in Seelsorge und Beratung

Dr. (Unisa) Michael Hübner
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Gründer der TS-Beratungsstelle und der "Stiftung Therapeutische Seelsorge", Dozent an der "Akademie für christliche Führungskräfte" Gummersbach; Praxis für Beratung & Therapie, Eheberatung & Coaching

Eigentlich wollte ich das doch gar nicht! Nicht nur Männer, - auch Frauen, - melden sich immer mehr in Seelsorge, Beratung und Therapie mit ihrem Problem: Suchtartig kommen sie von Pornographie nicht mehr los. Was treibt sie immer wieder in diese Falle? Wie können sexsüchtige Menschen sich selbst und ihr Grundproblem besser durchschauen lernen? Welche Hilfen gibt es bei Sexsucht? Ein Seminar - aus der Praxis für die Praxis.

17: Gemeinsam bewegen - Wenn viele Gemeinden im Rotlicht zusammenarbeiten

Stefan Kuhn
Geschäftsführer Aktion Hoffnungsland und Projektleiter HoffnungsHaus

Das HoffnungsHaus ist ein Haus mitten im Rotlichtviertel in Stuttgart. Schon bei der Entstehung haben wir gemeinsam mit den Gemeinden und Gemeinschaften der Ev. Allianz diesen Auftrag angenommen. Heute kommen die 25 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen aus ca. 10 verschiedenen Gemeinden in und um Stuttgart. Wie waren die Anfänge? Warum lohnt sich die Zusammenarbeit und was ist zu beachten, damit sie gelingt?

18: Die Kongo Kampagne: Wie Gemeinden und Einzelne gegen sexualisierte Gewalt in Konfliktregionen aktiv werden können

Susan Pusunc-Meier
Referentin für Lobby- und Kampagnenarbeit bei Difäm Weltweit und Koordinatorin des Bündnisses der Kongo-Kampagne

Die Demokratische Republik Kongo könnte ein wohlhabendes Land sein. Doch seit über 25 Jahren herrschen schwere Unruhen und bewaffnete Konflikte, in denen sexualisierte Gewalt gezielt als Kriegswaffe eingesetzt wird, u.a. um Zugang zu wertvollen Rohstoffen zu erhalten. Nachdem wir etwas über die Hintergründe lernen,  wollen uns der Frage stellen, wie Gemeinden und Einzelne mit der Kongo-Kampagne für das Anliegen aktiv werden können, sexualisierte Kriegsgewalt im Kongo zu beseitigen. Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die sich für Frauenrechte, Gerechtigkeit, faires Handeln interessieren und darüber in ihrem persönlichen Umfeld sprechen wollen.

19: Vom Ehrenamt zu relevantem Einfluss im sozialen System

Justin Shrum
Gründer von The Justice Project e.V.

Oftmals werden Menschen, die mit dem Leid des Menschenhandels und der Zwangsprostitution konfrontiert werden, dazu bewegt, basisnahe Initiativen in ihren lokalen Kommunen zu starten. Diese Initiativen haben jedoch oft Schwierigkeiten, an Wirksamkeit zu gewinnen oder sich als fester Bestandteil des sozialen Systems ihrer örtlichen Kommune zu etablieren. In vielen Fällen steht nicht ein Zuhälter oder Menschenhändler im Weg, sondern unser mangelndes Verständnis des Sozialsystems und unsere Unkenntnis gegenüber möglichen Partnerschaften mit staatlichen Akteuren. Dieser Workshop ist ein Crashkurs, um Ihr Engagement gegen Menschenhandel auf die nächste Stufe zu heben und ein wirksamer, relevanter Player im System der lokalen Wohlfahrts- und Sozialstruktur zu werden.

20: Theologisch-philosophische Reflektion der Menschenrechte und was das für uns heute heißt

Dietmar Roller
Vorstandsvorsitzender von International Justice Mission Deutschland

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ So steht es im Grundgesetz und auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Als Christen leiten wir diese Würde aus der Gottesebenbildlichkeit des Menschen ab. Wir sollten die größten, lautesten und bekanntesten Menschenrechtler sein. Oft beschränken wir unsere Nächstenliebe auf missionarische Dienste und Einzelhilfe. Wie können wir als Christen für Menschenrechte in der Öffentlichkeit aufstehen? Wie stärken wir Menschen, ihr gottgegebenes Potential selbstbestimmt zu entfalten? Eine theologisch-philosophische Reflektion mit konkreten Fragen zum Nachdenken und Diskutieren.

21: Gottes Plan für Gerechtigkeit vom Alten zum Neuen Testament

Daniel Rentschler
International Justice Mission Deutschland

Das Thema Gerechtigkeit zieht sich von Anfang bis Ende durch die Bibel. Gottes Herz schlägt für die Unterdrückten dieser Welt und schon immer hat er Menschen, vom Hirten bis zum König, berufen, Hilfe zu leisten und politisch sowie sozial Vorreiter bei der Veränderung von ungerechten Strukturen zu sein. Eine kurze Reise durch die Bücher der Bibel zeigt uns Gott als starken Fürsprecher für Menschen in Armut – und als leidenschaftlichen Werber an uns, Teil seines Plans zu werden.

22: Sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in den deutsch-tschechischen Grenzregionen

Cathrin Schauer-Kelpin
KARO, Geschäftsführender Vorstand von KARO e.V., Diplom-Sozialpädagogin/Sozailarbeiterin, Krankenschwester

„Was vom Leben übrig bleibt" – Fallbespiele zu Betroffenen und Folgen sexueller Ausbeutung

23: Die Würde von Frauen in patriarchalen Familiensystemen

Anette Bauscher
Geschäftsführende Vorsitzende von Perlenschatz

Wie "unantastabar" sind die Würde und Menschenrechte von Frauen in patriarchalischen Familiensystemen? Zahlen und Fakten unter anderem zu den Bereichen Kinderheirat und Gewalt in der Ehe werden untermauert mit Beispielen aus der Praxis. Mit Raum für den persönlichen Erfahrungsaustausch.

24: Kontaktaufbau im Rotlichtmilieu - Kontaktcafé Neustart und HoffnungsHaus

Gerhard Schönborn
Vorstandmitglied Neustart e.V. und Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V.
Wilbirg Rossrucker
Mitaufbau und Leitung HoffnungsHaus Stuttgart, Wohnzimmercafe für Prostituierte, Referentin, Präventionsarbeit, Hebamme

Prostitution ist in Deutschland seit 2002 nicht mehr „sittenwidrig“. Auch die Förderung der Prostitution ist legal. Prostitution fristet in Deutschland kein Nischendasein am Rande der Gesellschaft, sondern ist zu einem Wirtschaftsfaktor geworden, mit dem Milliarden verdient werden. Prostitution findet nicht nur im Verborgenen statt, sondern in vielen Städten sogar in der Öffentlichkeit. Das Rotlichtmilieu wirbt im öffentlichen Raum mit Plakaten und Leuchtreklamen, auf Bussen und Taxen, in der Boulevardpresse oder als Sponsor. Prostitution findet in Sexkinos, am Straßenstrich, in Laufhäusern und Großbordellen statt - und kaum sichtbar im eigenen wohnlichen Umfeld. Deutschland hat in Europa eines der liberalsten Gesetze und sich so den Ruf als „Bordell Europas“ erworben. Und nicht zu vergessen: Prostitution ist untrennbar mit Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verbunden.
In dem Workshop wollen wir gemeinsam der Frage nachgehen, wie wir als Einzelne oder als Gruppe aktiv werden und uns gesellschaftspolitisch oder auch ganz praktisch engagieren können. Wie können wir als Christinnen und Christen in einem Bereich, der von Kriminalität und sexueller Ausbeutung geprägt ist, Gutes tun und so zu einem Segen werden? In dem Workshop werden Möglichkeiten vorgestellt und gemeinsam Ideen erarbeitet.

25: Neue Präventions- und Nachsorgeansätze im Herkunftsland Bulgarien

Veronika Schürle
Die gebürtige Bulgarin ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied von Esther Ministries e.V. Sie hat seit 2011 intensive Erfahrung im Streetwork und in der Betreuung von Aussteigerinnen, studiert den Master-Studiengang "Intercultural Leadership" und leitet das Projekt in Bulgarien.

Um Menschenhandel ganzheitlich bekämpfen zu können, müssen wir neue, grenzüberschreitende Wege gehen. Esther Ministries e.V. verfolgt deshalb zwei unterschiedlich Ansätze: Prävention und Nachsorge im Herkunftsland. Die Präventionsarbeit soll vulnerable Gruppen davor bewahren, überhaupt erst nach Deutschland zu gelangen. Dazu gehören u.a. auch Aufklärung und die Ermöglichung von Schul- und Berufsausbildungen. Wenn die Frauen bereits in der Prostitution in Deutschland angekommen sind, sind Ausstieg und praktische Hilfen oft schwieriger. Fehlende Deutschkenntnisse und starke kulturelle Differenzen sind hier wichtige Faktoren. Deshalb ist eine Nachsorge in ihrem Herkunftsland ihre letzte und gleichzeitig oft beste Chance, einen gelingenden Ausstieg zu schaffen. Unser Pilotprojekt, das seit 2020 erfolgreich in Bulgarien läuft, beschäftigt sich mit beiden Lösungsansätzen und wird anhand praktischer Beispiele ausführlich vorgestellt und diskutiert.

26: Wie können wir uns als Christen vor Ort für das nordische Modell einsetzen?

Klaus Engelmohr
Vorstand des Vereins „AugsburgerInnen gegen Menschenhandel“; Pastor im projekt X Augsburg
Kerstin Neuhaus
Sozialarbeiterin, Geschäftsführerin des Vereins „AugsburgerInnen gegen Menschenhandel“, freie Mitarbeiterin der NGO „National Center on Sexual Exploitation“, Washington D.C.; Spoken Word Künsterlin

Deutschland ist durch seine liberale Prostitutionsgesetzgebung zum europäischen Umschlagplatz für Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden. Wir bieten Frauen in der Prostitution Hilfe an. Wie können wir uns als Christen aber dafür einsetzen, dass die Ursache Nr. 1, warum es Prostitution gibt – die Nachfrage – bekämpft wird? Der Workshop geht der Frage nach, wie das Nordische Modell die Nachfrage nach Prostitution reduziert und was das mit uns Christen zu tun hat.

27: Arbeitsintegration für Betroffene von Zwangs- und Armutsprostitution

Mirjam Frank
Made for Humanity e.V.
Julia Epp
Vorstandsmitglied Made for Humanity e.V.

Betroffene haben aufgrund ihrer Vergangenheit und gesundheitlichen Verfassung oftmals keine Chance eine Arbeitsstelle auf dem regulären Arbeitsmarkt zu finden. Sie brauchen professionelle Begleitung und Vorbereitung. Made for Humanity e.V. gibt Einblick in die Thematik, zeigt Konzeptansätze zur Arbeitsintegration auf und teilt Erfahrungen aus eigenen Projekten. Darüber hinaus wird zum Austausch von Interessierten, Macher:innen von Arbeitsintegrationsprojekten und Unternehmer:innen eingeladen.