Seminare Leben.Würde

Beginn des Lebens A1 bis A16

A1: Neue Wege für das Leben – Chancen und Möglichkeiten kleiner Initiativen für das Lebensrecht

Andreas Düren
Vorstand sundaysforlife e.V.
Manuela Steiner
Vorsitzende und Gründungsmitglied von ProLife Europe e.V

Ziel des Seminars ist, den Teilnehmern ein praktisches Grundwissen zur Realisierung neuer Initiativen zu geben, das durch Praxisbeispiele der Referenten untermauert wird. Ein erster Fokus liegt auf den Fragestellungen während der Gründungsphase: Wichtigkeit einer klar definierten Mission, Zielgruppenanalyse, mögliche Unterstützerkanäle, etc. Dann sollen einige Aktionen und Projekte vorgestellt werden, um die Gestaltungsmöglichkeiten und Wirksamkeit kleiner Initiativen aufzuzeigen. Der Workshop soll die Teilnehmer dazu ermutigen, eigene Ideen und Konzepte zu entwickeln und zu realisieren. Während des Workshops wird es auch Zeit für Fragen und Austausch geben.

A2: Frauenärztin 2.0 – Fakten und Geschichten - von Ambivalenz bis Zeitdruck, von Sexualberatung bis Schwangerschaftskonflikt

Dr. med. Kathrin Sander
Frauenärztin, eigene Praxis seit 20 Jahren
Petra Sauer
Leiterin der Beratungsstelle des Weißen Kreuzes, Bielefeld

Frauenärztin 2.0 – Fakten und Geschichten – zwischen Schwangerschaftskonflikt und unerfülltem Kinderwunsch, Brustkrebs und Früherkennungsuntersuchung, Abrechnung und Mitarbeiter-Führung, Paarkonflikt und Sexualberatung, Pränataldiagnostik und Wechseljahren, Zeitdruck und Empathie – wie kann gute Kommunikation gelingen? Welche Einflussfaktoren nehme ich wahr? Welche Ambivalenzen spüre ich in mir? Welche Rolle spielt mein Glaube für meine alltägliche Arbeit? Welche Bedeutung hat eine interdisziplinäre Zusammenarbeit? Wie kann Gemeinde unterstützend sein?
Anhand von Fakten zu unserem Berufsalltag und beispielhaften Geschichten zur Illustration wollen wir gemeinsam ins Gespräch kommen, wie es gelingen kann, insbesondere Frauen in Notlagen so zu unterstützen, dass Würde gewahrt bleibt und sie sich für das Leben entscheiden und was das im Einzelfall bedeuten kann.

A3: Die pharmakologische Abtreibung – ein wachsendes Problem. Hintergrund, Bedeutung und Möglichkeiten der Intervention

Prof. Dr. med. Paul Cullen
Internist, Labormediziner und Molekularbiologe. Vorsitzender "Ärzte für das Leben"
Natalie Bayer-Metzler
Dipl.-Krankenschwester und Schwangerenkonfliktberaterin, ehrenamtliche Vorsitzende Plattform-Leben-Vorarlberg (Österreich)

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit nimmt der Anteil der vorgeburtlichen Kindestötungen mittels der Abtreibungspille stark zu. Diese Entwicklung stellt die Lebensrechtsbewegung vor neue Herausforderungen, bietet aber auch neue Möglichkeiten der Intervention und der Aufklärung. Ziel des Seminars ist es, Wirkungsweise, Nebenwirkungen und Auswirkungen der Abtreibungspille zu erklären, sowohl für die betroffene  Frau als auch im globalen und nationalen politischen Kontext. Im Seminar werden wir die Möglichkeit vorstellen, mit Hilfe des Hormons Progesteron die Wirkung der Abtreibungspille zu unterbrechen (engl. „abortion reversal“). Auch werden wir die Rolle der Abtreibungspille im grassierenden „Trias der Frauen-Entrechtung“, bestehend aus Frauenhandel/sexuelle Ausbeutung (engl. „sex-trafficking“), Pornographie und Abtreibung anhand neuester internationaler Daten und Fallbeschreibungen darlegen.

A4: Patin für 9 Monate - praktische Hilfe, Begleitung und Ermutigung für Schwangere

Angelika Secker
Vorsitzende ALfA-Regionalverband Stuttgart, Mitglied im Pf9M Team der ALfA
Brit Bechtloff
Online-Beraterin bei den Lebenshelfern, ALfA Mitglied und vitaL- Beraterin, Leitung Projekt „Patin für 9 Monate“

Viele Schwangere, die sich im Internet oder per Telefon melden, fühlen sich allein gelassen, hilflos und überfordert durch die neue Situation.
Einige dieser Frauen werden in ihrer Entscheidung zum Kind ermutigt, wenn sie hören, dass es jemand vor Ort gibt, der für sie da sein möchte.
Hier setzt die Hilfe der Patin für 9 Monate an. Sie nimmt Kontakt zu der Frau auf und versucht herauszufinden, was die Schwangere braucht – jemand zum Reden, jemand als Begleitung zur Beratungsstelle, eine Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, vielleicht auch finanzielle Unterstützung.
Die Patinnen ersetzen keine professionelle Schwangeren-Beratungsstelle, sondern sie wollen die Schwangere im Alltag unterstützen und ihr helfen, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken und zu stärken.
Im Seminar berichten langjährige Patinnen von dieser schönen und abwechslungsreichen Aufgabe.

A5: Die "Pille" in Rente und "NER" im Abseits?

Sonja Fritzsch
ausgebildete NER-Beraterin und -Kursleiterin
Heinrich Ottinger
Seit 1995 Zuarbeiten für Publikationen des Gynäkologen Dr. Rudolf Ehmann. Er beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der Pillen- und Hormonproblematik

Wie begründet sind sog. „Pillenmüdigkeit“ einerseits oder Vorbehalte gegen NER (Natürliche Empfängnisregelung) andererseits? Stimmt es, dass künstliche Hormone auch eine frühabtreibende („nidationshemmende“) Wirkung haben und gar umweltschädlich seien – oder dass NER aus dem Intimleben eine „Kalenderehe“ macht?
Solche Aspekte aus dem Spektrum von Wirkungen und Nebenwirkungen zweier sich höchst konträr gegenüberstehender Methoden der Familienplanung sollen in diesem Seminar zur Sprache kommen. Nach einem kurzen Rückblick auf die beachtenswerten Anfänge und Weiterentwicklungen soll der Blick vor allem auf den aktuellen Stand beider Methoden gerichtet werden. Ziel ist es, sich anhand der genannten Fakten ein eigenes Urteil bilden zu können. Neben unmittelbar betroffenen Paaren richtet sich diese Veranstaltung auch an Berater und Multiplikatoren, die im Bereich Familienplanung gefragt sind ... und die auch ahnen: Kinderreichtum ist nun mal kein Indikator für „zu blöd zum Verhüten“.

A6: Heilung nach Abtreibung - Verarbeitung und begleitende Seelsorge durch Betroffene

Ursula Linsin-Heldrich
Fachreferentin, begleitende Seelsorgerin und 1. Vorsitzende Rahel e. V.
Hannelore Reichert
Fachreferentin, begleitende Seelsorgerin und stellvertretende Vorsitzende Rahel e. V
  • Vorstellung des Rahel e. V.
  • Persönliches Zeugnis
  • Was bewegt Betroffene nach dem erlebten Trauma
  • Auszüge aus dem Emailschriftverkehr von Betroffenen
  • Wege zur Verarbeitung und Heilung
  • Zeit für Fragen / Diskussion

A7: Wenn der Schwangerschaftsabbruch zum Trauma wird

Dorothee Erlbruch
Dipl. Sozialarbeiterin, Systemische Beraterin, Traumatherapeutin Beratungsstelle Aus-WEG?!
Reinhard Klein
Berater und Geschäftsführer Beratungsstelle Aus-WEG?!

Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 100 000 Kinder im Mutterleib.
Wie geht es Betroffenen nach dem Schwangerschaftsabbruch?
Nach unserer Erfahrung leiden Frauen unter den Folgen eines Schwangerschaftsabbruches und betroffen sind dadurch auch Partner, Kinder usw. Bei ihnen zeigen sich im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftsabbruch gravierende psychische und psychosomatische Symptome. Diese posttraumatischen Belastungsstörungen reichen von Trauer, Depressionen, Süchten, Bestrafungsängsten, Schuldgefühlen bis hin zum Suizid.
Welche Folgen beobachten Beratende bei Klientinnen nach einem Schwangerschaftsabbruch? Welche therapeutischen Ansätze und Interventionen sind hilfreich um das Geschehene ins Leben zu integrieren und Heilung zu finden?

A8: Beratung ohne Schein

Sandra Sinder
Mitarbeiterin bei ALfA e.V.
Andrea Müller
Geschäftsführerin Schwanger - du bist nicht allein e.V., Schwangerschafts-konfliktberaterin und Arzthelferin

In dem Seminar beleuchten wir zunächst die rechtlichen Grundlagen der Schwangerschaftskonfliktberatung in Deutschland, die Situation von Frauen im Schwangerschaftskonflikt und wir stellen Bezüge zur täglich angewandten Beratungspraxis her.
In diesem Kontext werden das zugrundeliegende Menschenbild sowie das daran angelehnte vitaL-Ausbildungskonzept der Beratung ohne Schein inhaltlich vertiefend vorgestellt.
Die Perspektiven aller Akteure (Kind, Mutter, Berater/innen) müssen vollwertig betrachtet und ernstgenommen werden, um zu einer seriösen Beratungssituation und einer souveränen Entscheidung der Mutter zu gelangen. Die Beratungssituationen werden mit Berichten aus der Praxis veranschaulicht.

A9: Über Schwangerschaft in schulischer Aufklärung anschaulich sprechen

Dr. med. Ute Buth
Frauenärztin, Weißes Kreuz Referentin

Sexualkundeunterricht ist für Kinder oft auf die eine oder andere Art aufregend. Sei es, weil sie mitunter durch sonderbare Medienerfahrungen fragend und irritiert sind und nun spannungsgeladen auf Erklärungen warten, sei es, weil sie sich davor fürchten, weil sie alles, was mit „Sex“ zu tun hat, irgendwie komisch und ekelig finden. Das Thema Schwangerschaft ist ein sehr gutes Einstiegsthema, um die Kinder altersgemäß abzuholen, um ihre Ängste und Befürchtungen behutsam abzubauen, um Irritationen aufzugreifen und um es den Kindern zu ermöglichen, ihr Vorwissen einzuordnen und ihre Sprachfähigkeit zu fördern. Insbesondere weil wir alle selbst einmal Babys waren, kann man das Interesse der Kinder an dem, „was das Baby im Bauch schon alles kann“, praktisch und anschaulich aufgreifen und gemeinsam staunen! Dieser Workshop gibt praktische Tipps dazu.

A10: Argumentieren für das Lebensrecht

Cornelia Kaminski
Bundesvorsitzende Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V.

Sachliche Informationen, Fakten, Daten, Zahlen – rein naturwissenschaftlich und logisch betrachtet kann man gar nicht anders, als sich für das Lebensrecht zu engagieren. Dennoch fällt die Argumentation oft schwer. Eine Ursache hierfür ist die verwendete Sprache: Schwangerschaftsabbruch klingt eben positiver als Abtreibung, selbsternannten Lebensschützern unterstellt man gleich mangelnde Seriosität, und assistierter Suizid verschleiert die Tatsache, dass es hier um Selbstmord mit ärztlichem Beistand geht.
In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, wie man auf effektive Weise mit den gängigen Argumenten umgehen und diese entkräften kann. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wie eine effektive Argumentation gelingt, die beim Zuhörer hängen bleibt und gleichzeitig ein positives Bild unserer Bewegung vermittelt.

A11: Unser Leben neun Monate vor der Geburt – Einblick in eine faszinierende und gefahrvolle Zeit

Dr. med. Michael Kiworr
Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, Vorstandsmitglied TCLG und Weißes Kreuz

Wie schnell wächst ein Embryo und ab wann schlägt sein Herz? Wann sieht, hört und schmeckt ein noch nicht geborenes Kind? Ist es sofort ein Mensch? Was genau passiert eigentlich in den ersten 9 Monaten unseres Lebens während der Schwangerschaft?
Wir können heute das früheste menschliche Leben von der Zeugung an so genau wie nie zuvor beobachten. Meist bleibt der Blick auf die beeindruckende und dynamische Entwicklung des Kindes im Mutterleib jedoch nur Ärzten vorbehalten. Dieses Seminar gibt einen spannenden Einblick, wie das Kind vom ersten Tag seiner Existenz an heranwächst. Gleichzeitig wird auch gezeigt, wann und wodurch sein Leben heute nicht selten gefährdet ist.
Mit vielen aktuellen Fakten und gut verständlichen Informationen, vor allem auch durch faszinierende Bilder, werden die vielfältigen Wunder des menschlichen Lebens dargestellt, die jede neue Lebenswoche beobachtet werden können. Dieses Seminar soll ermutigen, das Staunen über den Anfang des Lebens neu zu erlernen.

A12: Therapie im Mutterleib?

Prof. Dr. med. Holm Schneider
Kinderarzt und Perinatalmediziner am Universitätsklinikum Erlangen, 1. Stellv. Bundesvorsitzender von ALfA e.V.

Bei jeder Schwangerschaft können Fragen auftreten, mit denen weder die Schwangere noch irgendjemand in ihrem Umfeld je zuvor konfrontiert war.
Eine davon stellt Eltern vor ganz besondere Herausforderungen: Was tun, wenn das ungeborene Kind eine Krankheit hat, die sich nur im Mutterleib erfolgversprechend behandeln lässt? Denn leider gibt es Krankheiten, bei denen gleich nach der Geburt schon jede Hilfe zu spät kommt.  
Vorgeburtliche Therapieversuche gehören nicht zur ärztlichen Routine, auch wenn manche inzwischen bei Hunderten von Patienten erfolgreich durchgeführt wurden. Sie sind immer eine ethische Herausforderung. Ob es um Bluttransfusionen, chirurgische Eingriffe oder die Gabe von Medikamenten geht: Sie alle erfordern eine extrem sorgfältige Abwägung der (gesundheitlichen) Interessen von Mutter und Kind, weil jede Behandlung Risiken für beide birgt. Wieviel Mut auf einer solchen Gratwanderung nötig ist und welche Chancen sie eröffnen kann, soll in diesem Seminar deutlich werden. 

A13: Natürlich schwanger werden und bleiben – moderne Medizin bei unerfülltem Kinderwunsch

Dr. med. Susanne van der Velden
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oberärztin am kath. Karl-Leisner-Klinikum in Kleve

Warum Insemination oder künstliche Befruchtung?
Viele Wege können zum Wunschkind führen: Die FertilityCare-Klinik in Kleve/Niederrhein bietet ein Gesamtkonzept zur Wiederherstellung der Fruchtbarkeit an. Detaillierte und umfangreiche Diagnostik der Ursachen ermöglichen eine individuelle und präzise Therapie bei Mann und Frau. Die Ursache des Problems finden und therapieren führt zur Normalisierung der Fruchtbarkeit und damit zur Möglichkeit einer normalen Konzeption “in vivo”.
Durch die Fortsetzung der Therapie während der Schwangerschaft ist das Risiko für Fehlgeburten und Schwangerschaftskomplikationen gering.

A14: "Sexuelle und reproduktive Rechte" - Hintergründe und Auswirkungen

Alexandra Maria Linder M.A.
Vorsitzende BVL e.V., Leiterin vitaL

Der Begriff „sexuelle und reproduktive Rechte“ beinhaltet unter der Zielsetzung einer weltweiten Frauenemanzipation laut Definition Aufklärung, Stärkung, Gesundheitsversorgung. Darin enthalten ist unter anderem, auch vom Europa-Parlament im Juli 2021 empfohlen (Matić-Bericht), die Forderung nach „Zugang zu sicherem und legalem Schwangerschaftsabbruch“ nebst Beseitigung sämtlicher diesbezüglicher Hindernisse. Viele Staaten, auch Deutschland, unterstützen Organisationen wie International Planned Parenthood Federation, She Decides, Marie Stopes International oder UNFPA, die dies durchsetzen wollen. Das Seminar analysiert Hintergründe, Ziele und Tätigkeiten solcher Organisationen und beleuchtet anhand von Zahlen und Fakten, welche Ergebnisse und Wirkung diese Projekte in verschiedenen Staaten haben, insbesondere im Hinblick auf die Situation und Emanzipation der Frauen.

A15: Kinderwunsch und Reproduktionsfreiheit. Was sagen Medizin, Sozialethik und Kirchen?

Prof. Dr. Manfred Spieker
Professor i.R. für Christliche Sozialwissenschaften

Kinderlosigkeit ist für Paare, die sich Kinder wünschen, eine schwere Last. Rund 15 Prozent der Paare, die sich Kinder wünschen, leiden unter dieser Last. Reproduktionsmediziner bieten ihre Hilfe für eine künstliche Befruchtung an. Rund 68.000 Frauen nahmen in Deutschland 2016 diese Hilfe in Anspruch. Krankenkassen sehen in dieser Hilfe eine „Sterilitätstherapie“ und beteiligen sich an den Kosten. Welche Probleme kommen auf die Paare zu, die sich für diesen Weg entscheiden? Was sagen Mediziner, Psychologen und Sozialethiker zur künstlichen Befruchtung und ihren Begleit- und Folgeerscheinungen wie Verlust der Intimität, Mehrlingsgeburten, Fehlbildungsraten, Präimplantationsdiagnostik, fetalen Reduktionen, Samen- und Eizellspenden, eingefrorenen und überzähligen Embryonen? Welche Probleme sehen die Kirchen bei einer Entscheidung für diesen Weg?

A16: Rechtsschutz für Ungeborene? Die vergessene Schutzpflicht des Staates

Rainer Beckmann
Richter am Amtsgericht, Lehrbeauftragter Medizinrecht, stellvertr. Vorsitzender der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e.V.

Ungeborene Kinder sind Menschen. Sie sind daher Rechtssubjekte und haben Anspruch auf Achtung ihres Rechts auf Leben (Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG). Das ist im Grundsatz im deutschen Recht anerkannt. Aber wie sieht es mit dem Schutz für Ungeborene in der Praxis aus? Kommt der Staat seiner rechtlichen Pflicht zum Schutz ungeborener Kinder nach?
In dem Seminar soll die geltende Rechtslage zum Schwangerschaftsabbruch und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutzanspruch ungeborener Kinder dargestellt und kritisch hinterfragt werden. Welche Elemente kennzeichnen die „Beratungsregelung“? Gibt es Ansatzpunkte für einen stärkeren Rechtsschutz ungeborener Kinder?
Nach einem einführenden Vortrag besteht Gelegenheit, eigene Sichtweisen und Vorschläge einzubringen, vor allem in Hinblick darauf, wie in dem gegebenen gesellschaftlichen und politischen Umfeld der Schutz ungeborener Kinder verbessert werden kann.

Mitte des Lebens B1 bis B8

B1: Wie erreichen wir die Pro-Life-Generation?

Fabiola Kaminski
Vorsitzende der Jugend für das Leben Deutschland

Die junge Pro Life Generation, das sind Millennials (um 2000 geboren) und die Generation Z (geboren zwischen 1977 und 1995). Trotz der kurzen zeitlichen Distanz zwischen beiden gibt es ziemliche Unterschiede, vor allem im Medienverhalten. Welche Unterschiede sind das? Wie kann man ihren besonderen Anforderungen in der digitalen Welt begegnen und sie dadurch für das Lebensrecht begeistern? Welche Medien müssen wir bedienen, und wie macht man das am effektivsten? Was sind die konkreten Ziele, die wir damit verfolgen wollen?
Der Workshop versucht anhand aktueller Medienverhaltensforschung und an Beispielen der Social Media Accounts der "Jugend für das Leben e.V." und der "ALfA e.V."  Antworten auf diese Fragen zu geben.

B2: Unterwegs zu neuen Menschenbildern: Positionen - Kriterien - Folgen

Dr. theol. Werner Sosna
Bildungsreferent Theologie und Ethik beim Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn

Das überlieferte Selbstverständnis des Menschen ist in die Krise geraten. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde und das damit gegebene Lebensrecht werden im Blick auf den Beginn der menschlichen Existenz immer stärker hinterfragt.  Dabei stehen oftmals die mit dem christlichen Menschenbild verbundenen Werte und Lösungsansätze in der Kritik. Für die Kirche ist das Lebensrecht der ungeborenen Kinder jedoch ein fundamentales und schützenswertes Gut. Daher lehnt sie die Abtreibung und Methoden der medizinischen Forschung, die eine Tötung der Embryonen in Kauf nehmen, grundsätzlich ab. Doch wer bestimmt, wann menschliches Leben beginnt? Die Antwort auf diese Frage fällt in unserer Gesellschaft längst nicht mehr eindeutig aus. Bioethische Tendenzen zeichnen ein neues Menschenbild, das den Selbstwert des menschlichen Lebens grundsätzlich in Frage zu stellen scheint.

B3: Lebensrecht und Journalismus: Wie kommuniziere ich umstrittene Themen?

Daniela Städter
Redaktionsleiterin der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA
Stefan Rehder
Bioethik-Korrespondent bei der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost"

ProLife-Vertreter haben es in der Öffentlichkeit oft schwer. Wie kann es gelingen, Themen, Veranstaltungen und die eigenen Standpunkte medial zu Gehör zu bringen? Im Seminar erfahren Sie, worauf es im Kontakt mit den Medien ankommt. Die Referenten geben Tipps für die Formulierung von gelungenen Pressemitteilungen und Leserbriefen, bieten einen Einblick in die Arbeit von (Lokal-)Zeitungen und schärfen den Blick für die Kriterien von Journalisten bei der Auswahl von Nachrichten. Ein Teil des Seminars ist reserviert für konkrete Anliegen und Fragen der Seminarteilnehmer. 

B4: Zu Lebensrechtsfragen im Alltag sprachfähig sein

Martin Leupold
Evang. Theologe und Seelsorger, Geschäftsführer und Theologischer Leiter des Weißen Kreuzes e. V.

Lebensrechtsfragen sind heftig umstritten.
Es ist nicht leicht, darüber mit jemandem im Gespräch zu sein. Erst recht, wenn dieser anderer Meinung ist! Dem einen schnüren die Emotionen die Kehle zu, die oft sofort aufkommen. Der andere lässt sich von den Aggressionen anstecken, die ihm entgegentreten. Wieder andere gehen dem Thema lieber ganz aus dem Weg, um es sich mit ihren Freunden oder Kollegen nicht zu verderben. Und wie kommt so ein Gespräch überhaupt zustande, wenn diese Themen sowieso meist gemieden werden? Der Workshop untersucht gezielt die Besonderheiten einer Kommunikation zu so strittigen Fragen und bietet Raum, eine gelassene, von Gewissheit getragene und zugewandte Sprache einzuüben.

B5: Dem Leben eine Stimme geben - welche Bedeutung hat das Lebensrecht in der Politik?

Mechthild Löhr M.A.
Ehrenvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) e.V.
Christine Lieberknecht
Theologin und Thüringer Ministerpräsidentin a.D.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Der erste Satz unseres Grundgesetzes gilt zurecht als einzigartig. Aber was kann und muss die Politik tatsächlich tun, um dieser Verpflichtung, die im zweiten Satz zum Ausdruck kommt, nachzukommen? Was wurde getan? Was ist parlamentarisch, von der Regierung und von der Justiz versäumt worden? Wenn – so unser Grundgesetz – alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht (Artikel 20 Absatz 2), kann die Politik dann mehr tun als die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung umzusetzen? Was braucht es für eine politische Arbeit für den Lebensschutz? Die frühere Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen, Christine Lieberknecht und die Vorsitzende der „Christlichen Demokraten für das Leben“, Mechthild Löhr, werden mit den Seminarteilnehmern ihre eigene Sicht und die Sicht der Seminarteilnehmer besprechen.

B6: Rede frei – demonstriere frei! Mit Recht für Menschenwürde und Lebensrecht engagiert

Dr. iur. Felix Böllmann
Deutscher Rechtsanwalt und für ADF International tätig
Thomas Traub
Ehrenamtlich Mitglied im Vorstand der überkonfessionellen Initiative „Christ und Jurist“.
Hauptberuflich ist er Dozent für Öffentliches Recht

Das Grundgesetz garantiert die Meinungs-, Versammlungs- und Gewissensfreiheit. Das Bundesverfassungsgericht betont die besondere Bedeutung des „öffentlichen Meinungskampfes“ für die freiheitliche Demokratie ebenso, wie den Schutzauftrag des Staates auch für das ungeborene Leben. Wer öffentlich für Menschenwürde und das Lebensrecht aller Menschen eintritt, kann aber durchaus auch Gegenwind erfahren.
Im Seminar werden der verfassungsrechtliche Rahmen, Schutzbereich und Schranken der Grundrechte anhand aktueller Rechtsprechung deutscher und europäischer Gerichte erläutert. Im Anschluss daran soll über aktuelle Fragen und Lösungsansätze, betreffend die freie Ausübung dieser Grundrechte, nachgedacht und diskutiert werden. Das Seminar will die Teilnehmer dazu ermutigen, von ihren Grundrechten im „Widerstreit der Meinungen“ mutig Gebrauch zu machen und zugleich dafür sensibilisieren, Schranken und insbesondere Rechte anderer Grundrechtsträger zu respektieren, ohne die eigene Überzeugung zu kompromittieren.

B7: Initiative Lebensfragen - Einführung in ein Kursangebot zu aktuellen lebensethischen Fragestellungen

Dr. Detlev Katzwinkel
Chefarzt Gynäkologie, Vorsitzender der PROVITA Stiftung
Dr. Heike Fischer
Chemikerin und Lehrerin, Geschäftsführerin der PROVITA Stiftung
Dr. Michael Schröder
Theologe, 20 Jahre Dozent für Neues Testament an der Theologischen Hochschule Ewersbach, jetzt Pastor im Bund freier evangelischer Gemeinden

„Lebens?fragen“ bietet mit dem Kursangebot Orientierungshilfe in lebensethischen Grenzfragen aus christlicher Perspektive und zeigt auf, wie trotz erlebter Brüche Leben gelingen und konkrete Lebenshilfe glaubwürdig vermittelt werden kann.

UMSETZUNG
Die Themen werden auf dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen und der Grundlage ethischer, theologischer und wissenschaftlicher Diskurse beleuchtet und reflektiert. Der Kurs richtet sich an ein breites Publikum, an Gemeinden, Fachleute, TheologInnen, SeelsorgerInnen. Er richtet sich an Menschen, die Polaritäten aushalten, Orientierung suchen und sprachfähig werden möchten.

KURSMATERIAL
Es wurde ein modularer Baukasten erarbeitet, welcher in 8 Kurseinheiten zur Würde (1), zum Anfang (4) und zum Ende (3) des Lebens Grenzfragen diskutiert.
Das Kursmaterial wird online zur Verfügung gestellt. Es beinhaltet zu jedem Thema einen Film-Clip, eine Beamer-Präsentation und die didaktische Aufbereitung der Inhalte; sowie ergänzend dazu Hintergrundmaterial und Literaturempfehlungen.

B8: Ethik und Gesellschaft: Christliche Überzeugungen in ethischen Debatten kommunizieren

Prof. Dr. Christoph Raedel
Professor für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule Gießen und Direktor des dortigen Instituts für Ethik & Werte

Der Streit um Lebensbeginn und Lebensrecht hat starke weltanschauliche Züge.
Für Christen geht es darum, sich zum Schutz des ungeborenen Lebens als Konsequenz ihrer Beziehung zu Jesus Christus zu bekennen, der „das Leben“ ist (Joh 14,6). Doch wie lassen sich christliche Überzeugungen in der pluralen Gesellschaft vertreten und Nichtchristen gegenüber verständlich machen? Das Seminar soll diese Frage reflektieren und Hilfen zur Übersetzbarkeit des Glaubens in säkulare Diskurse geben.

Ende des Lebens C1 bis C4

C1: Organspende - ein letzter Liebesdienst?

Michael Ragg
Journalist und Publizist. Er leitet „Ragg`s Domspatz“
Renate Greinert
1.Vorsitzende von KAO e.V.

Nach der Bundestags-Entscheidung vom Januar 2020 darf weiterhin jeder Bürger selbst entscheiden, ob er seine Organe nach „Hirntod“ zur Transplantation freigeben will. Frei entscheiden kann aber nur, wer darüber informiert ist, was bei einer Organtransplantation tatsächlich geschieht. Wer weiß schon, dass sein Leben bei einer Organspende „an Schläuchen und Apparaten endet, dass der Spender bis zur Organentnahme beatmet werden muss? Wer weiß, wie obsolet der „Hirntod“ inzwischen auch unter Wissenschaftlern ist und wie die Organspende immer mehr zum Einfallstor für den Gedanken des „lebensunwerten Lebens“ wird?

Künftig wird jeder Bürger ab sechzehn Jahren vom Hausarzt oder von staatlichen Stellen regelmäßig danach gefragt werden, ob er nicht Organspender sein will. Das Seminar schildert die Erfahrungen einer Mutter, die über die Organentnahme bei ihrem Sohn entscheiden musste und zeigt die wichtigsten medizinischen, theologischen und politischen Fragestellungen zur Organspende auf.

C2: Suizid: Fakten und seelsorgerlicher Umgang

Dr. med. Oliver Dodt
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Das Seminar  besteht aus drei Teilen:

  • Zahlen und Erfahrungen von Intensivstation und Akut-Psychiatrie
  • Seelsorgerliches: Umgang mit Suizidgedanken; Scham nach einem Suizidversuch; Begleitung von Angehörigen eines Suizidenten, Versuch einer theologischen Einordnung.
  • die aktuelle gesetzliche Situation

C3: Würdevolles Sterben – Menschen in der letzten Lebensphase seelsorgerlich begleiten

Gudrun Theurer
Diplomtheologin, Alten-und Altenheimseelsorgerin

Sterben – damit ist heutzutage nicht nur der letzte Augenblick gemeint. Viele Menschen erleben Wochen und Monate, in denen sie mit einer palliativen Diagnose leben müssen. Sie und auch ihre Angehörigen durchleben Phasen der Sterbetrauer.
Anliegen dieses Workshops ist es, die letzte Lebenszeit als eine Zeit geistlicher Vorbereitung auf das Sterben zu verstehen und zu gestalten. Denn sie ist beides: ein irdischer Weg, der mit seelischen Höhen und Tiefen verbunden ist und zugleich ein Weg, der Menschen tiefer in das Geheimnis der Herrlichkeit Gottes führen kann.
Der Workshop gibt Impulse, wie dieser Lebensabschnitt zu einem gemeinsamen geistlichen Weg der schwerkranken Menschen und ihrer Angehörigen werden kann.

Die Inhalte beziehen sich sowohl auf eine Begleitung von Menschen, die im christlichen Glauben verwurzelt sind, als auch auf Menschen, die im Angesicht des Todes einen Zugang zum christlichen Glauben suchen.

C4: Einstellungen zu Tod und suizidalem Verhalten im Alter

Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Armin Schmidtke
Seniorprofessor, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Zentrum für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Würzburg.

 „Älter werden“ ist eine schwierige Anpassungsphase. Während es eine Zeit des positiven Zurückblickens sein kann, kann es auch Zeit einer negativen Bewertung des Rückblicks, sowie eine Last darstellen und Angst vor dem Tod auslösen. Zunehmende Änderungen ethischer Werte im Umgang mit Alter, Tod und Sterben stellen für die Suizidprävention und für eine adäquate Begleitung am Lebensende eine besondere Problematik dar. Neben psychiatrischen Erkrankungen sind suizidale Motive bei älteren Menschen oft somatische Erkrankungen und damit verbundene Schmerzen, häufig der Verlust des Partners, des sozialen Netzwerkes, der Freiheitsgrade des Handelns und damit zusammenhängend Angst vor Abhängigkeit und "entwürdigender" Behandlung im Alter. Diese Aspekte sollten bei der Suizidprävention älterer Menschen besondere Beachtung finden. Bei den psychotherapeutischen Behandlungsstrategien sind daher Verfahren i. S. palliativer und existenzphilosophischer Strategien zu empfehlen.