110 Jahre Schönblick erleben
Ein Ort, an den Menschen zurückkehren. Ein Haus, das gewachsen ist – getragen von Hoffnung, geprägt von Glauben und erfüllt von Leben.
Wenn Gäste vom Schönblick erzählen, sprechen sie selten nur von einem Aufenthalt. Es sind Erinnerungen, Begegnungen und tiefe Erfahrungen, die bleiben. Seit 110 Jahren ist der Schönblick ein solcher Sehnsuchtsort – gegründet mitten im Ersten Weltkrieg und am 2. Juli 1916 als „Oase im Weltgebrause“ eingeweiht. Ein mutiges Zeichen, ein Haus des Friedens in unruhigen Zeiten zu bauen.
Die Gründer hatten eine klare Vision. Sie wollten den Glauben stärken, Not lindern und Räume schaffen, in denen Menschen aufatmen können. In schweren Zeiten durften Gäste sogar selbst bestimmen, was sie für ihren Aufenthalt zahlen konnten. Diese Haltung des Vertrauens prägt das Haus bis heute. Denn eines war damals wie heute klar: Die Mitte des Schönblicks liegt nicht im Speisesaal, sondern im Betsaal.
110 Jahre später ist dieser Kern lebendig geblieben. Das zeigen auch die Stimmen unserer Gäste. Auf die Frage, was sie dem Schönblick wünschen, antworten viele wie aus einem gemeinsamen Gebet heraus: „Gottes reichen Segen für das Haus und die Menschen!“ oder „Dass der Schönblick weiterhin den Mut hat, in unruhigen Zeiten sein Programm anzubieten und eine offene Gemeinde als Anlaufstelle für Suchende zu sein.“ Andere wünschen „Weisheit, um zu entscheiden, was bleiben sollte und was sich verändern darf“ – und damit wünschen sie genau das, was den Weg des Hauses seit jeher geprägt hat.
Was macht den Schönblick aber zu einem Ort, an den Menschen immer wieder zurückkehren? Die Antworten sind so vielfältig wie die Gäste selbst. Da ist die „wohltuende Atmosphäre, Freundlichkeit, gutes Essen und schöne Zimmer“. Andere beschreiben ihn schlicht als „Wohlfühloase“ – einen Ort von Ruhe, Begegnung und Herzlichkeit. Viele verbinden ganz persönliche Geschichten mit dem Schönblick: Lebensverändernde Seminare, erste Schritte im Glauben, Familienfreizeiten oder prägende Begegnungen. Eine Besucherin erzählt: „Wir kamen vor über zehn Jahren zum Ausruhen hierher – heute kommen wir regelmäßig mit unseren drei Kindern. Diese Erinnerungen wirken bis heute nach.“
Der Schönblick lebt genau von diesen Geschichten. Er ist Begegnungsort, Rückzugsraum und geistliche Heimat auf Zeit. Inmitten der reizvollen Landschaft rund um Schwäbisch Gmünd, mit dem Himmelsgarten direkt vor der Tür, den Drei Kaiserbergen am Horizont oder dem Remsstrand mitten in der Stadt, finden Menschen Raum zum Auftanken. Die historische Stadt selbst, geprägt von Kirchen, Klöstern und spiritueller Geschichte, bildet dabei einen passenden Rahmen.
Auch im Haus selbst zeigt sich diese Vielfalt: inspirierende Veranstaltungen, geistliche Impulse, Kongresse, Musikangebote und persönliche Rückzugsorte. Und wer nach einem intensiven Tag zur Ruhe kommen möchte, lässt diesen im modernen Wellnessbereich ausklingen.
Eine besondere Rolle spielt die Musik. Sie ist weit mehr als ein Programmpunkt. Durch Konzerte, Seminare und Lobpreisangebote werden Menschen erreicht, unabhängig davon, ob sie mit dem Glauben vertraut sind oder nicht. Musik berührt, verbindet und öffnet Herzen. So auch im Jubiläumsjahr: Ein bewegendes Highlight war das Benefizkonzert mit dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg. Die Einnahmen der Veranstaltung kommen der Arbeit von Agape in der Ukraine zugute, die mitten im Krieg ihr Reha-Zentrum stark erweitert hat, sodass zukünftig über 1.000 Patienten pro Jahr eine Reha-Maßnahme erhalten können Ein Abend, der gezeigt hat, was den Schönblick ausmacht: Glaube wird praktisch, Hoffnung wird geteilt und Musik wird zur Sprache der Hoffnung.
Seit fast 30 Jahren prägen Christine und Martin Scheuermann das Haus mit Weitblick und Vertrauen. Gerade in den Herausforderungen der vergangenen Jahre (nicht zuletzt während der Corona-Zeit) hat sich gezeigt, wie tragfähig dieses Fundament ist. Der Schönblick ist gewachsen, hat sich weiterentwickelt und dabei nie seine Mitte verloren.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis dieses Ortes: Menschen sehnen sich nach Orten, an denen sie Jesus begegnen können. In der Bibel waren es Tempel, Berge oder stille Orte wie die Wüste. Heute finden viele einen solchen Ort hier auf dem Schönblick.
Ein Ort, der bleibt. Ein Ort, der bewegt. Ein Sehnsuchtsort seit 110 Jahren.