Herzlich willkommen Kristin

„Ein Ort, an dem ich viele meiner Leidenschaften und meinen Glauben leben kann“

Wir treffen Kristin Stämmler im Gästehaus des Schönblicks. Sie wirkt entspannt und angestrengt zugleich. Letzteres ist kein Wunder, da sie seit kurzem eine der wichtigsten Rollen im christlichen Gästezentrum übernommen hat: Die 45jährige hat die Nachfolge von Volker Trautmann angetreten, einem, der auf dem Schönblick unersetzlich schien. Doch er ist nicht mehr da – und Kristin Stämmler arbeitet sich nach und nach in ihre Bereiche ein. Dabei nie vergessend: „Ich bringe meine Erfahrungen mit. Das wird Veränderungen mit sich bringen. Ich freue mich auf die Herausforderung und auf das Zusammenwachsen mit meinen Teams.“ Ein Interview von Ralph F. Wild.

„Kristin, herzlichen Glückwunsch!“

Kristin Stämmler (lacht): „Vielen Dank. Wie darf ich das verstehen?“

„Dass Du Deine Heimat auf dem Schönblick gefunden hast. Kennst Du ein vergleichbares christliches Gästezentrum?“

Kristin Stämmler: „Nein, bis dato hatten christliche Gästehäuser für mich – insbesondere aus meiner Erinnerung – eher einen Jugendherbergscharakter. Hier aber haben wir eine riesige Anlage mit Hotelcharakter, mit einem grandiosen Kulturprogramm, mit Kongressen und vielem anderen mehr. Es ist für mich faszinierend, wie vielschichtig der Schönblick ist. Er ist Hotel, Gemeinde, Unternehmen, Pflegeheim, Musik Akademie, Seniorenwohnheim, Waldkindergarten und Café in einem.“

„Das macht auch Deine Arbeit sehr umfangreich und abwechslungsreich!“

Kristin Stämmler: „Ja, da hast Du recht. Ich bin nach den wenigen Wochen noch lange nicht durch. Das wird sicherlich noch viel Zeit in Anspruch nehmen und ich muss für mich im Moment abwägen, wo ich meine Energie als Erstes investiere. Klar ist: Ich werde mich und meine Erfahrungen einbringen und versuchen, Strukturen zu schaffen, die die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche erleichtern und darüber hinaus den Schönblick nach außen möglichst authentisch präsentieren. In Zusammenarbeit mit meinen KollegInnen wird es neue Strategien geben, ohne Bewährtes zu vergessen.“

„Ist es zu süffisant, wenn wir sagen: Der Schönblick kam wie aus dem Nichts zu Dir?“

Kristin Stämmler: „Naja, ich würde es ein wenig anders formulieren. Seit 2016 hatte ich bereits den klaren Wunsch, mich beruflich zu verändern. Ich habe Gott immer wieder gefragt, wo die Reise hingehen kann und hatte irgendwann ein Bild vor Augen, dass ich in der Zukunft mit einem Team eine „Art Hotel“ leiten würde. Lange Zeit wusste ich nicht, wie sich das realisieren lassen sollte. Der Schönblick sollte für mich eine Art Lehrmeister sein, wie ich ein solches Haus mal mit leiten könnte. “

„Erzählst Du uns mehr über diese Jahre, in denen sich alles entwickelte?“

Kristin Stämmler: „Ich spürte in den Jahren bis 2020 von Monat zu Monat immer deutlicher, dass mir meine bisherigen, durchaus spannenden Aufgaben nicht gut taten. Ich  wurde zusehends unentspannter, weil sich keine konkrete Perspektive auftun wollte. Und immer wieder zeigte sich in meinem Kopf dieses Hotel, dieses Gästehaus. Über meine Liebe zum Worship abonnierte ich 2018 den Newsletter des Schönblicks. Als ich, nach den Folgen eines Unfalls, 2021 entschied, diesen Gedanken an die neue berufliche Perspektive in die Tat umzusetzen, entschied ich mich, eine Anfrage an Martin Scheuermann zu senden, ob ich ein BFD auf dem Schönblick würde absolvieren können. Ich schnupperte drei Tage hinein und war begeistert. Tja, und als wir über die Details für das BFD sprechen wollten, sagte mir Martin, dass er eine ganz andere Aufgabe für mich habe. Im Leitungskreis. Welch Überraschung. Da musste ich erstmal eine große Runde mit dem Hund raus, um das zu verdauen.“

„Noch immer wirkt Dein Blick, wenn Du davon erzählst, etwas ungläubig, was da geschehen ist.“

Kristin Stämmler: „Gottes Wege und sein Timing sind oftmals überraschend. Umso schöner, dass ich jetzt hier sein kann.“

„Du hast bereits ein wenig Erfahrung gesammelt. Was gefällt Dir besonders am Schönblick?“

Kristin Stämmler: „Es ist diese Vielfalt, die vielen Menschen, die gemeinsam diesen Weg hier gehen. Und ich lebe hier meine Überzeugung: Alles, was ich mache, mache ich mit Leidenschaft. Das in einem christlichen Kontext tun zu können, ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Aber ich spüre auch: Es gibt vieles, was ich angehen kann und auch muss.“

„Was siehst Du als Deine übergeordnete Hauptaufgabe an?“

Kristin Stämmler: „Zunächst einmal liegt es mir sehr am Herzen, dass der Schönblick noch weitere Kreise zieht, ja, dass er möglichst authentisch nach außen präsentiert wird. Hier wird so viel getan für Menschen von nah und fern. Das dürfen wir ruhig noch mehr publik machen. Da ist bereits vieles richtig gemacht worden und doch geht da noch mehr. Und, intern gesehen, möchte ich die Mitarbeiter noch mehr mitnehmen, Ihnen Verantwortung übergeben und mit Ihnen Wege und Möglichkeiten suchen, die sie vielleicht noch gar nicht gesehen haben.“